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Vereinsgeschichte

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Gründung 1911

Am 25.02.1911 wurde der Schützenverein Steinhilben von zehn Männern im örtlichen Gasthaus 'zum Hasen' gegründet.
Anlass dazu war die Überlassung von Militärgewehren der Modelle Mauser 71 und 71/84 (Kaliber 11 mm!) durch das Kriegsministerium. Die Chronik vermerkt dazu folgendes:

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...Von dem Kriegsministerium wurde s.z. den Militärvereinen, welche dem Landes Krieger Verband angehören, Militärgewehre Modell 71 und 71/84 zur Verfügung gestellt, ebenso scharfe Patronen, und zwar das Gewehr zu 3,50 Mark und 100 Patronen zu 2,50 Mark ohne Verpackung und Porto.

Vereine unter 100 Mitgliedern erhalten 12 Gewehre, über 100 Mitgliedern entsprechend mehr. Infolge obiger Verfügung bestellte der Militärverein Steinhilben 12 Gewehre Mod. 71/84 sowie 50 Patronen pro Gewehr. Gewehr und 50 Patronen sammt Fracht und Verpackung wurde den Mitgliedern welche Interesse da für hatten für 5,60 Mark überlassen.Auf Anregung des Schriftführers vom Militärverein Michael Gulde wurde am 25. Februar 1911 in der Wirtschaft zum Hasen eine Versammlung anberaumt betreffs Gründung eines Schützenvereins wo auch derselbe zur Gründung kam und wurde von den Anwesenden sofort die Vorstandsmitglieder per Aklamation gewählt....

Als Gründer des Vereins werden genannt :

Michael Gulde, August Hummel, Johann Barth, Johann Maier, Matthias Hummel, Benedikt Daigler, Jakob Schienle, Matthias Maier, Joseph Schlageter und Agathon Betz.

Bereits in den 1911 festgelegten Statuten des Vereins, stand ebenso wie heutzutage nicht nur die Übung im Schiessen im Vordergrund, deshalb wurde seinerzeit im § 1 festgelegt :

...Der Zweck des Vereins ist, Übung im Schießen, Hebung des geselligen Lebens und Erhöhung der Festlichkeit bei feierlichen Anlässen...

 

Der 1. Weltkrieg und die Zeit bis 1939

Gegen Ende des Jahres 1914 kam das Vereinsleben das erste Mal zum Erliegen und wurde erst nach Ende des ersten Weltkrieges am zweiten März 1919 wieder aufgenommen.
In den folgenden Jahren war der Verein sehr aktiv, bis zum Höhepunkt der Inflation im Jahre 1923, während derer der Mitgliederbeitrag, der dazumal noch 1/4 jährlich eingezogen wurde auf 25 Mark angehoben werden musste und im 4. Quartal nicht mehr zu bezahlen war und ‘der teuren Zeiten wegen’ sogar die Weihnachtsfeier ausfallen musste. Nach der Währungsreform wurde der Mitgliedsbeitrag anfang 1924 wieder auf 20 Pfennige pro Vierteljahr festgesetzt.

Nichts desto trotz erhöhte sich die Mitgliederanzahl zusehends, sodass im Jahre 1928 der Bau des ersten Schützenhauses nebst Schießständen auf dem Augstberg begonnen werden konnte. Der Bau wurde am 24.02.1928 begonnen. Im Protokollbuch wurde festgehalten :

 

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...Bericht über die Bauarbeiten auf dem Augstberg.
Am 24.2.28 wurde mit dem Bau des Schiesstandes und des Schützenhausses begonen. Die meisten Mitglieder haben je 1 Tag gearbeitet einige auch merere Tage, doch war der Drang auf dem Augstberg zu arbeiten leider kein groser das gleiche gild auch von den Fuhrleuten. Der Vorstand hate grose Mühe Arbeiter und Fuhrleute zusamen zu tromeln machte hie und da einen Metzgergang. Die Zeigerdekungen sowie der Sokel des Schützenhauses sind heute 2.3.28 Gott sei Dank fertig geworden. Doch das Schützenhaus und die Zementsteine oben auf dem Augstberg warden jetzt auf die Maurer die jedoch leider wenig Lust haben.Doch sihe schon am 6.3. stellten sich der Maurermeister Jakob Zeiler Johann Baumeister Andreas Wittner jung sowie Pankraz Schenzle Anton Zeiler und Josef Ott auf dem Augstberg ein und bis Abends 6 Uhr war der letzte Stein vom Schützenhaus aufgesetzt. Am 7.3. began Zimmermeister Bär mit dem Aufrichten Am 8.3. stand das Schützenhaus aufgerichtet und wurde anderen Tags von einigen Mitgliedern das Dach gedekt. Auch wurde von einigen Mitgliedern der 150 Meter Stand erweitert. Doch stehen heute den 14.3 noch viel Arbeit zu tun. Endlich nach Ostern ist man mit der Bauarbeit bis auf einiges fertig geworden. Das Schützenhaus sowie die Schiessstände machen ein treffliches BildDer Schriftwart Joh. Baumeister...

Am 29. April 1929 wurde das neue Schützenhaus auf dem Augstberg, mit einem für damalige Verhältnisse großen Fest eingewiehen, wobei der Erfolg scheinbar keineswegs Gewiss war, denn es ist zu lesen :

...Die Brüderverein(e) sind eingeladen und wir dürffen jetzt nur den Himmel bitten dass der 29. April uns gnädig sei.
Gott walte es...

Im Festbericht des 29. Aprils lesen wir :

...Endlich kam der 29 April mit Sonnenschein und warmem Frühlingswetter und für den Verein mit höchster Spannung heran und manches Mitglied hat eine Frage sich aufgestellt was wird dieser Tag uns bringen. Wird er dem Verein ein froher Freudentag werden oder wird er uns ein Lasttag auf viele Jahre werden. Doch Gott sei Dank es ist das erstere geworde4 n.Schon 5 Uhr früh waren die Schützen auf dem Plan um die letzten Arbeiten befestigung der Scheiben bewerkstelligten waren und in kurzer Zeit begann das Preisschiessen an dem sich von 6 Uhr an auch die Schützen von Harthausen, sowie Trochtelfingen beteiligten. Es wurde flott bis 8 ½ Uhr geschossen. Die Gottesdienstpause war bis 10 ½ Uhr. Jetzt wurde wieder begonnen, denn die Burladinger Schützen waren auf dem Plan und es begann jetzt ein Eifer auf dem Schiessstand der als Muster-Inergie kaum zu bezeichnen war. Und jeden der anwesenden Schützen ansteckte und mitriß.
Es war eine köstliche Freude auch für Nichtschützen den Schießkampf zu beobachten. Ungefähr um ½ 1 Uhr kam der Festzug vom Dorf her mit etwas Murren und Ringen an der aber bald vorbei war. Der Musikverein an der Spitze mit flottem Marsch (Hier muß ich einflechten, daß derselbe sich uns zur Verfügung gestellt hat um zur Verschönerung unseres Festes und zur Unterhaltung in anerkannter Weise beigewogen hat. Sei an dieser Stelle dem Vorstand derselben sowie seinem unermüdlichen Dirigenten sowie seinen aktiven Mitgliedern auch von dieser Stelle aus vom Schützenverein aus zum höchsten Dank verpflichtet. Das gleiche gilt auch dem Gesangverein Steinhilben, der sich in gleicher Weise durch seine gut geschulten Gesangsvorträge das Fest verschönert hat.) Als nach kurzer Zeit das bisschen Regen nachließ bestieg der Schützenvereinsvorstand Baer die Bühne um alle Schützen von Nah und Fern, alle Schützenfreunde sowie Gönner der Sache zu begrüßen und willkommen zu heißen und die Bedeutung des Tages klarzulegen. Nach der Festrede übernahm abwechselnd Musikverein und Gesangverein die Unterhaltung. Für durstige Kehlen hatten die Mitglieder Johann Maier, Karl Schmid und Viktorin Hanner für guten Stoff gesorgt.
Auch für hungrige Magen ja sogar für Feinschmecker hatte unser Vizevorstand Bäcker Bernhard Wahl es sich nicht nehmen lassen seinen Mann zu stellen. Auch Mitglied Pankraz Heinzelmann sogenannten Beckenmetzger lies seinen Wurstwagen auffahren und war so für alles gesorgt. Während so der Trubel auf dem Festplatz sich so nach und nach dem Abend zu wandte wurde von den Schützen auf dem Stande in gleichem Eifer drauf los geschossen. Die vier Stunde kam nur zu schnell heran für die Schützen und mancher der es übersehen hat, daß nach 4 Uhr nicht mehr gelöst werden durfte muß es bedauern aber trotzdem wurde geschossen von denen11 die noch gelöst hatten bis 6 Uhr.
Das Preisgericht, das aus der Vorstandschaft des Schützenvereins Steinhilben sowie den Vorständen der sich am Schiessen beteiligten Vereine bestand, hatte sich schon früher zusammen gestellt und nun seine Arbeit verrichtet.
Ungefähr zwischen ½ 7 Uhr setzte sich der Festzug nach dem Dorf zu dem Lokal dem Lamm zu in Bewegung. Bis hier ging die Abwicklung des Festprogramms in musterhafter Ordnung und auf den Punkt Preisverteilung angekommen sollte es auf einmal nicht weitergehen da es behaupteten Schützen von Burladingen und Trochtelfingen ein Schütze von Mägerkingen stehe sein Preis auf Stand 6 100 Meter nicht zu, weil sein Schiessen der Serie den Schießvorschriften wiederhandelt sei. Es musste schnell eine Vorstandssitzung abgehalten werden. Indem beschlossen wurde, daß dem betreffenden Schützen der Preis entzogen wurde. Auf veröffentlichung dieses Beschlusses liess jedoch der Verein Mägerkingen alle seine ihm zustehende Preise zurück und vor höchst aufgebrachter Weise und gingen ab. Auch mussten noch zwei andere Fälle geschlichtet werden...Die Festscheibe war Treffer 17 der beste Schuss von Herr Johann Beutter von Höfendorf erschossen.
Ungefähr um 9 Uhr Abends began die Tanzunterhaltung im Lokal zum Lamm wie auch bei Herr Weis zur Krone und die Mitglieder sowie die Gäste benutzten ziemlich die Gelegenheit bis in die späte Stunde und der junge Tag schlich schon herauf als die letzten sich gute Nacht wünschten dem Hause zu schritten mit dem Bewustsein ein Arbeitsreichen Tag und einen Unterhaltungsreichen Abend verlebt zu haben.
Der Schriftführer: Joh. Baumeister...

Der 2. Weltkrieg und die Folgen

In den folgenden Jahren bis 1939 beteiligte sich der Schützenverein an vielen auswärtigen Veranstaltungen und trug mit diversen Preisschiessen, Weihnachtsfeiern, Theateraufführungen und Hammelläufen zum Dorfleben bei, dies sollte sich jedoch bald ändern.

Am 26.08.1939, dem Tag der deutschen Mobilmachung, wurden insgesamt 10 Männer des Schützenvereins zum Militär eingezogen. An Weihnachten 1940 waren es bereits 19 Mitglieder, zehn davon kehrten nie zurück.

In den Jahren 1941 bis 1945 kam das Vereinsleben dann praktisch vollständig zum Erliegen.
Am 17.12.1945 wurde durch die Kontrollratsdirektive Nr. 23 ( Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland ) des alliierten Kontrollrats, die Vereinstätigkeit verboten und so kam es, dass es noch weitere acht Jahre dauern sollte, bis der Schützenverein wieder auflebte.

Neugründung

Am 19.04.1953 erfolgte nach Einladung der bisherigen Mitglieder durch den damaligen Bürgermeister Wahl, im Bräuhaus (später Gasthaus zum Hirsch) die Neugründung des Schützenvereins und bereits am 16. Mai 1954 wurde das erste Schützenfest nach dem Kriege auf dem Augstberg gefeiert.

...Nachdem die Vorbereitungen dieses Festes abgeschlossen waren, galt unsere größte Sorge dem Wetter. Aber in dieser Hinsicht sollten wir nicht enttäuscht werden. Schon in aller Frühe ging es von allen Seiten dem Augstberg zu. Das Schiessen begann pünktlich und es fand dann nur eine kurze Unterbrechung während dem Hauptgottesdienst statt.

Immer mehr und mehr bevölkerte sich der Augstberg. Von nah und fern strömten die Schützen herbei und sie waren überrascht über die Vielzahl der Preise. Gegen Mittag herrschte ein ungeheurer Andrang an den Ständen, der dann bis zum Schluss des Schiessens anhielt. Stark war aber auch der Andrang im Bierzelt und an der Schiessbude. Das Preisgericht arbeitete schnell und so konnte bald nach Beendigung des Schiessens mit Verteilung der ca. 65 Preise begonnen werden... Abends fand dann in Ermangelung einer Festzeltbeleuchtung der Tanz in der “Krone” seine Fortsetzung...

Mittlerweile zählt der Verein über 100 Mitglieder. Was früher aufgrund zeitgenössischen Verständnisses entstanden ist, hat sich im Laufe der Jahre, neben der Traditionspflege, immer mehr zu einer sportlich orientierten Betätigung im Gemeinschaftsleben entwickelt...